Kanton Aargau warnt: Die tödliche Kaninchenseuche ist wieder da
15.04.2026, 10.48 Uhr
17 tote Tiere zeigen: Die Gefahr ist zurück. Die virale hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (VHK) verbreitet sich leicht und das Virus überlebt lange. Warum jetzt Vorsicht im Stall besonders wichtig ist und welche Schritte schützen.
Die Seuche bedeutet für das Kaninchen in der Regel bereits nach kurzer Zeit den Tod.
Die virale hämorrhagische Krankheit der Kaninchen (VHK) ist zurück. Seit Mitte März hat der Kanton Aargau in vier Haltungsbetrieben Fälle der Krankheit bestätigt. Mittlerweile erlagen bereits 17 Kaninchen dem Virus, wie Jennifer Huwyler vom Veterinärdienst Aargau auf Anfrage dieser Zeitung sagte. Die Zahl der Infizierten ist unbekannt.
Der Veterinärdienst empfiehlt in einer Medienmitteilung allen Kaninchenhalterinnen und -haltern, die Tiere regelmässig impfen zu lassen. Den letzten grossen Aufruf des Kantons zur Impfung gegen die Kaninchenseuche hat es im 2023 gegeben.
Das Virus nennt sich umgangssprachlich oft China- oder Kaninchenseuche und oft liest man über die Rabbit Hemorrhagic Disease (RHD), was dieselbe Krankheit ist, aber in englischer Sprache.
Übertragung, Symptome und Verlauf
Die VHK ist für Haus- und Wildkaninchen sehr ansteckend und führt zum Tod. Die Übertragung findet von Tier zu Tier statt, aber auch durch kontaminierte Gegenstände, Menschen oder Insekten. In trockener Umgebung und bei tiefen Temperaturen kann das Virus monatelang überleben und ansteckend bleiben, wie das Veterinäramt mitteilt.
Durch die vielen Übertragungsmöglichkeiten und auch die teils lange Lebensdauer des Virus ist es oftmals nicht nachvollziehbar, wie es zu der Infizierung kam. Für Menschen sei die Kaninchenseuche nicht gefährlich, bestätigt der Kanton Aargau.
Die Symptome bei Ansteckung eines Kaninchens sind Teilnahmslosigkeit, Atembeschwerden, Koordinationsstörungen bis hin zu Krämpfen und Blutungen aus der Nase. Sollten Kaninchenhalterinnen und -halter Symptome feststellen, so gilt es, unverzüglich eine Meldung an eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu machen zur weiteren Abklärung.
Vorbeugende Massnahmen sind wichtig, um die Häsli vor der sehr ansteckenden Krankheit zu schützen.
Steckt sich ein Tier an, geht es meistens sehr schnell, bis es stirbt. Zunächst würden sie schnell Symptome entwickeln und bis zum Tod vergehen nur 12 bis 36 Stunden, hiess es vor drei Jahren seitens des Kantons.
Prävention im eigenen Stall
Das Departement für Gesundheit und Soziales empfiehlt eine Impfung zum Schutz vor einer Erkrankung. Da die Impfung nicht immer vor einer Übertragung schütze, sei es wichtig, die Tiere regelmässig zu impfen.
Zusätzlich rät der Veterinärdienst zur Einhaltung von Biosicherheits- und Hygienemassnahmen. Neu zugekaufte Kaninchen sollten für einige Tage abgesondert in einem anderen Raum untergebracht und genau beobachtet werden, bevor sie in bestehende Kaninchenhaltungen integriert werden, heisst es in der Medienmitteilung. (mak)
Quelle: Aargauer Zeitung, 15.4.2026